Evangelische Fachhochschule Darmstadt

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Master of Arts Inclusive Education

 

 

 

 

Master-Studiengang
Integrative Heilpädagogik / Inclusive Education

Lernfelder


Inhalt


Auf dieser Seite sind die Lernfelder beschrieben. Eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Module finden Sie in unserer Broschüre "Modulhandbuch und Lerninhalte" im Menü "Downloads".
Eine Übersicht der Module mit ihren ECTS-Punkten, Praxisanteilen und Leistungsnachweisen finden Sie auch im Modulhandbuch oder im Menüpunkt "Module".



Lernfeld A: Theorie der Integrativen Heilpädagogik (37 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts setzten die wissenschaftliche Beschäftigung mit Menschen mit Behinderung und ihren Fördermöglichkeiten ein. Diese Form der Heilpädagogik hat eine Vielzahl von Erkenntnissen erarbeitet und umgesetzt, die vom Individuum und seinen Beeinträchtigungen ausgehen. Die pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen erfolgen in der Regel in speziellen Erziehungs- und Bildungseinrichtungen. Darin spiegeln sich gesellschaftliche Wertorientierungen und Strukturen wider. Im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen und ethisch-theologischen Auseinandersetzung ist in den letzten Jahren deutlich geworden, dass diese so ansetzende Heilpädagogik zugleich Menschen zu Objekten professionellen Handelns machen und sie somit von der gesellschaftlichen Teilhabe ausschließen kann. Integrative Heilpädagogik legt demgegenüber das besondere Augenmerk auf die Herstellung und Wiederherstellung regulärer Lebens- und Lernzusammenhänge. Zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Theorierichtungen sind die Kenntnisse der traditionellen Heilpädagogik erforderlich. Der Ländervergleich hilft dabei, die Bedingungen und Grenzen der Theorieansätze zu erkennen und so die spezifischen Ansätze der integrativen Heilpädagogik zu entwickeln, die sich an der ganzheitlichen Auffassung der die menschliche Existenz absichernden bio-psycho-sozialen Ebenen orientiert.

Ziele des Lernfelds A
Dieses Lern- und Studienfeld führt die Studierenden in das komplexe Gefüge der integrativen Heilpädagogik im Spannungsfeld von Mensch und Umwelt bzw. Subjekt und Objekt ein. Den Studierenden soll der notwendige Paradigmenwechsel in der traditionellen Heilpädagogik in Bezug auf das Verständnis des Begriffs Behinderung nahe gebracht werden. Es soll der Unterschied zu dem traditionellen Verständnis von Behinderung deutlich werden, wonach eine körperliche, psychische und /oder soziale Beeinträchtigung das Wesen der Behinderung ausmacht und Aufgabe der Heilpädagogik die Minderung der Schädigungsfolgen durch die heilpädagogische Arbeit 'am' einzelnen Menschen ist. Demgegenüber soll deutlich werden, dass bei einer ganzheitlichen Auffassung vom Menschen Behinderung als Verhältniskategorie zwischen Umwelt und Individuum begriffen werden kann, die jeweils neu zu bestimmen ist. Integrative Heilpädagogik analysiert die Auswirkungen einer möglichen körperlichen, psychischen und/oder sozialen Beeinträchtigung auf die soziale Entwicklungssituation eines Menschen in dessen konkreter Lebenssituation. Dazu ist es erforderlich, dass die Studierenden sowohl mit der Terminologie als auch mit der Sozialgeschichte und ausgewählten Theorien in der Wissenschaftsdisziplin konfrontiert werden. Hierzu gehört auch die wissenschaftstheoretische Entwicklung der Disziplin.

Module des Lernfelds A
Modul 1: Einführung in die Integrative Heilpädagogik (10 ECTS)
Modul 5: Theorieansätze und Terminologie der Integrativen Heilpädagogik (9 ECTS)
Modul 13: Internationale und vergleichende Heilpädagogik (8 ECTS)
Modul 22: Begründungszusammenhänge Integrativer Heilpädagogik (Master, 10 ECTS)



Lernfeld B: Ethik in der Integrativen Heilpädagogik (15 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Bereits zu Beginn des Studiums soll eine Auseinandersetzung mit Grundbegriffen und Grundthesen der Ethik und Auseinandersetzung mit dem Menschenbild stattfinden. Dies soll exemplarisch anhand aktueller ethischer Fragestellungen erschlossen werden. Außerdem werden Auseinandersetzungen mit dem Paternalismus bzw. der advokatorischen Ethik im Hinblick auf das pädagogische Handeln angeregt. Zu integrieren ist die kontextuelle Theologie, hier die Behinderten- und Befreiungstheologie.

Ziele des Lernfelds B
  • Das Kennenlernen unterschiedlicher Ansätze in Anthropologie und Ethik
  • Bereits am Anfang des Studiums die Auseinandersetzung mit der eigenen ethischen Einstellung zu führen, um auch Theorien und Methoden im Hinblick auf das implizite Menschenbild und die ethischen Konsequenzen beurteilen zu können.
  • Exemplarische Anwendung anhand aktueller ethischer Fragestellungen erlernen.
Insgesamt sollen die Studierenden in dieser Einheit argumentationsethisch und anthropologisch argumentationsfähig werden.

Module des Lernfelds B
Modul2: Ethik in der Integrativen Heilpädagogik (10 ECTS)
Modul26: Ethische Begründungen heilpädagogischen Handelns (Master, 10 ECTS)



Lernfeld C: Beiträge der Humanwissenschaften (36 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Die integrative Heilpädagogik als ganzheitliche und subjektorientierte Wissenschaftsdisziplin bezieht sich auf die vielfältigen Austauschprozesse von Individuen mit ihrer Umwelt. Um diese adäquat abbilden zu können, bedient sie sich sowohl bezüglich ihrer Analyse wie der Erarbeitung von Handlungsoptionen der Erkenntnisse der Humanwissenschaften, insbesondere der Pädagogik, der Psychologie und der Medizin.

Ziele des Lernfelds C
In diesem Lernfeld werden wesentliche Grundlagen für die Lernfelder Handlungs- und Arbeitsformen der Heilpädagogik sowie Heilpädagogik als anwendungsbezogene Wissenschaft erarbeitet. Die Aneignung von speziellen Erkenntnissen aus den verschiedenen humanwissenschaftlichen Wissenschaftszweigen erfolgt immer auch unter der Perspektive ihres Erklärungswerts für die soziale Entwicklungssituation eines Menschen mit einer möglichen biologischen, psychischen und/oder sozialen Beeinträchtigung.

Module des Lernfelds C
Modul 3: Pädagogik als Erziehungs- und Bildungswissenschaft (10 ECTS)
Modul 6: Beiträge der Sozial- und Entwicklungspsychologie und der Psychopathologie für die Integrative Heilpädagogik (11 ECTS)
Modul 7: Bewegung, Sprache, Denken (14 ECTS)



Lernfeld D: Rechtliche und gesellschaftswissenschaftliche Grundlagen/Gesellschaftskenntnisse (56 ECTS-Punkte

Lerninhalte
Eine ganzheitliche Sichtweise des Menschen sieht ihn zusammen mit seiner Umwelt. Heilpädagogisches Handeln hat also nicht nur die individuellen, sondern auch die gesellschaftlichen Zusammenhänge zu berücksichtigen. Insofern stellt die integrative Heilpädagogik nicht lediglich ein pädagogisches/didaktisches Modell dar, sondern bezieht sich ebenso wesentlich auf sozialpolitische Dimensionen.

Ziele des Lernfelds D
In diesem Lern- und Studienfeld werden die Komplexität der wechselseitigen Beeinflussungen von Ökonomie und Politik/Sozialpolitik als gesellschaftlichen Steuerungsgrößen erkennbar. Sozialpolitik im weiteren Sinne umfasst neben der sozialrechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Dimension auch die politische Gestaltung des sozialen Zusammenlebens – dies auch hier vor dem Hintergrund der Absicherung regulärer Lern- und Lebenszusammenhänge.

Vor dem Hintergrund der geforderten Integration behinderter Menschen in die soziale Gemeinschaft erfolgt die Auseinandersetzung mit ökonomischen und soziologischen Gesellschaftsmodellen, um eine Überprüfung sozialpolitischer Orientierungen bezüglich Integration vornehmen zu können. Die Bedeutung kultureller Unterschiedlichkeiten und die vergleichende Sozialpolitik können hierbei als exemplarische Anwendungsbereiche dienen.

Module des Lernfelds D
Modul 4: Soziale Rechte (10 ECTS)
Modul 8: Professionelles Handeln in Institutionen (11 ECTS)
Modul 10: Das Eigene und das Fremde. Kulturtheorien und ästhetische Praxis (6 ECTS)
Modul 20: Perspektiven der Sozialpolitik und der sozialrechtlichen Absicherung von Menschen mit Behinderungen (12 ECTS)
Modul 21: Organisations- und Konzeptentwicklung (8 ECTS)
Modul 23: Gesellschaftswissenschaftliche Vertiefung (10 ECTS)



Lernfeld E: Handlungs- und Arbeitsformen der Integrativen Heilpädagogik (41 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Aufgabenfelder Integrativer Heilpädagogik bestehen zum einen im Bereich der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (außer im schulischen Unterrichtsgeschehen). Ein anderes Feld stellt die Bildung und Begleitung Erwachsener in den Bereichen Arbeit, Wohnen und Freizeit dar. Einerseits muss also eine Implementierung von wesentlich pädagogisch/didaktischen Ausbildungsinhalten bezüglich der Integration von in ihrer Entwicklung beeinträchtigten Kindern und Jugendlichen in reguläre Lern- und Lebenszusammenhänge erfolgen. Zum anderen muss dem noch wesentlich weniger in Ausbildungsinhalte aufgenommenen Bereich der Bedeutung der Community-Care-Bewegung, der Independant-Living- und People-First-Bewegung im Sinne der Selbstwahrnehmung der eigenen Interessen durch die Betroffenen Rechnung getragen werden.

Ziele des Lernfelds E
Ziel dieses Moduls ist es, die Studierenden mit verschiedenen Formen professionellen Arbeitens in der integrativen Heilpädagogik vertraut zu machen. Hierzu gehört, sich eine entsprechende pädagogisch/didaktische und diagnostische Kompetenz anzueignen. Gleichzeitig geht es darum, die eigenen Fähigkeiten im Sinne der Unterstützung der Entwicklung emanzipatorischer Kompetenzen vor allem erwachsener behinderter Menschen zu entwickeln und zu reflektieren.

Module des Lernfelds E
Modul 9: Grundlagen didaktischer Planung (16 ECTS)
Modul 11: Voraussetzungen diagnostischen Handelns (5 ECTS)
Modul 14: Diagnostisches Handeln (10 ECTS)
Modul 15: Teilhabe (5 ECTS)
Modul 18: Beratungshandeln (9 ECTS)
Modul 25: Wahlpflichtbereich arbeits- oder methodenbezogenen Vertiefungen (Master, 5 ECTS)



Lernfeld F: Integrative Heilpädagogik als anwendungsbezogene Wissenschaft (46 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Heilpädagogik als anwendungsbezogene Wissenschaft umfasst die Theoriebildung und deren Überprüfbarkeit in der heilpädagogischen Praxis. Dies bedeutet jedoch nicht alleine die Umsetzung theoretischer Konzepte in praktisches Handeln, sondern meint immer auch die Einbeziehung der Subjekthaftigkeit der am Prozess Beteiligten im Sinne des Aufbaus dialogischer, kommunikativer und kooperativer Ebenen.

Ziele des Lernfelds FB
In diesem Modul geht es um die Zusammenführung der in den vorangegangenen Semestern erworbenen theoretischen und praktischen Kenntnisse und ihre Konkretion in einem Praxisprojekt. Dabei werden die Studierenden sowohl ihre fachliche wie ihre persönliche Kompetenz als integrative HeilpädagogInnen entwickeln und sich in Prozessgestaltung üben. Hierzu sind auch die Entwicklung von Kreativität und die Arbeit mit kreativen Medien zu fördern.

Module des Lernfelds F
Modul 12: Praxis – Studien - Projekt I (30 ECTS)
Modul 17: Praxis – Studien - Projekt II (16 ECTS)



Lernfeld G: Forschung (60 ECTS-Punkte)

Lerninhalte
Die zunehmenden Bedeutung der wissenschaftlichen Weiterentwicklung der Forschungen zu einer Integrativen Heilpädagogik ergibt sich aus der ethisch und sozialpolitisch begründeten Forderung nach Einbeziehung in beziehungsweise der Nichtaussonderung von behinderten Menschen aus den sozialen Lebensbezügen. Auch vor dem Hintergrund sinkender Ausgaben öffentlicher Haushalte für sozialpolitische Aufgaben und der damit einhergehenden Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Entwicklung neuer sozialpolitischer Programme wird der Ausbau qualifizierter Forschungstätigkeit im Sinne der Absicherung solcher Programme durch wissenschaftlich begründete Konzepte zunehmend wichtig.

Ziele des Lernfelds G
Das Studium der integrativen Heilpädagogik bringt den Studierenden während des gesamten Studiums verschiedene Formen der Forschung und den Umgang mit Forschungsmethoden und -ergebnissen nahe. Im Modul Forschung geht es explizit um den Erwerb eigener Forschungskompetenz. In diesem Modul soll gleichzeitig eine Motivation zur Auseinandersetzung mit Forschungsmethoden darüber geschaffen werden, dass erkenntnisleitende Forschungsfragestellungen vorgeschlagen werden, die an selbst erhobenem Material bearbeitet werden können.

Module des Lernfelds G
Modul 16: Forschendes Lernen (15 ECTS)
Modul 19: Forschungsmethodologie und Bachelor Thesis (15 ECTS)
Modul 24: Vertiefung von Forschungsmethoden (Master)
Modul 27: Forschungsmethodologie und Master Thesis (Master, 25 ECTS)

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